Angestossen mit...

Judith Weber trifft Weinliebhaber aus Zug und aller Welt.



... Christine Endrici

25. November 2016

Christine Endrici und Judith Weber
Christine Endrici, Miteigentümerin von Endrizzi und Serpaia und Leiterin PR und Marketing (links)

Christine, wie bist du als Architektin zum Weinbau gekommen?

Es ist ja immer das alte Lied! Es war die Liebe, die mich meinen Lebensplan kurzfristig über den Haufen werfen liess. Doch trotz Planänderung habe ich auch im Weinbau mein Einsatzgebiet gefunden. So kümmere ich mich um alles Kreative im Betrieb, also alles, was Etiketten, Kataloge, Empfänge in der Kellerei usw. und neue Ideen betrifft. Mein Mann lässt mir da freie Hand, auch wenn meine Ideenvielfalt für ihn manchmal anstrengend ist.

Gibt es Parallelen zwischen Weinbau und Architektur?

Ja, auf jeden Fall. Alles was komponiert wird, erfordert Kreativität. Und es braucht sehr viel Kreativität, um einen guten Wein zu machen. Eines der grossen Themen ist, Weinmarketing über Architektur zu machen, indem man interessante Kellereien baut. Die Franzosen im Bordeaux haben es vorgemacht und bereits im 17. und 18 Jahrhundert wunderschöne Architektur geschaffen. In ihren repräsentativen Châteaux haben sie die Engländer empfangen und damit bereits eine Form von Marketing und Verkaufsstrategie betrieben. In den 80er Jahren ist man noch weiter gegangen. So haben vor allem im Napa Valley viele Kellereien eindrückliche Neubauten erstellt. Mit der Architektur gibt man auch ein Statement ab, welche Philosophie man vertritt.

Teroldego ist die wichtigste rote Rebsorte für DOC-Weine im Trentino. Nun habt ihr mit dem Masetto Nero auch einen Wein mit Cabernet Sauvignon und Merlot. Ist das ein sogenannter Supertrentiner?

Der Masetto Nero wurde bereits vor 100 Jahren vom Gründer des Weingutes hergestellt und enthält nebst Cabernet Sauvignon und Merlot auch Lagrein und Teroldego. Er war mit den internationalen Rebsorten Cabernet und Merlot somit ein Pionier im Trentino. Der Masetto Nero ist aber nicht unser Spitzenwein und daher auch kein „Supertrentiner“. Der beste Wein unserer Linie ist der Gran Masetto, ein reiner Teroldego.

Was zeichnet Teroldego aus?

Die Besonderheit an Teroldego ist die beeindruckende Farbe. Der Wein ist ganz dunkel. Ausserdem hat die Rebsorte unglaubliche Fruchtnoten wie Himbeere und Brombeere. Teroldego ist vielseitig einsetzbar. Wir machen Teroldego mit und ohne Holz oder wir trocknen die Trauben. Beim Gran Masetto werden 50% der Trauben in der Kühlzelle getrocknet. Auf diese Weise bleiben die Fruchtaromen erhalten und widerspiegeln den frischen Bergcharakter des Trentinos.

Tochter und Sohn sind auch bereits im Geschäft. Welche Pionierarbeit werden sie leisten?

Pionier ist ein grosses Wort. Ob und in welcher Hinsicht die beiden Pionierarbeit leisten werden, kann man jetzt natürlich noch nicht sagen, denn die Ideen kommen mit der Erfahrung. Aber sie haben bereits einen Wein gemacht, nämlich den Masetto Due. Due deshalb, weil sie zusammen die Idee hatten. Sie wollten einen Wein mit einer guten Struktur, aber ohne Holz. Auch das ist ein Teroldego (Anteil 80%) und ausschliesslich im Stahltank ausgebaut. Die beiden haben gute Ideen und sind jetzt schon sehr kreativ.

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