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Judith Weber trifft Weinliebhaber aus Zug und aller Welt.



... Davis Weszeli

4. November 2015

Judith Weber und Davis Weszeli
Davis Weszeli, Winzer des Weinguts Weszeli

Davis, als du im Jahr 2011 das traditionsreiche Weingut „Summerer“ übernommen hast, hast du es auf „Weszeli“ umbenannt. Was hast du nebst dem Namen seither alles geändert?

Von Beginn an war es mir wichtig, den Weinen die Zeit zu gönnen, die sie für eine perfekte Entwicklung brauchen. So hat es sich ergeben, dass ich meine Terroir Weine erst nach 2 Jahren trinkreif in den Verkauf bringe. Das ist in unserer Weinregion im Weissweinbereich ein absolutes Novum, auf das ich sehr stolz bin. Einige meiner Terroir Weine reifen im grossen gebrauchten Eichenholzfass. So auch der Grüne Veltliner Käferberg, der sehr davon profitiert und ein ungemein spannender Wein ist. Gleichzeitig habe ich auch den Auftritt auf modernere Beine gestellt und ein sehr einprägsames Etikett gestalten lassen.

Wofür stehen die Tiermotive auf den Etiketten?

Artenvielfalt und Tierschutz ist ein grosses Thema für mich. Alle Tiere auf unseren Etiketten leben in unseren Weingärten und wir haben jedem Wein eine eigene Tierpatronanz verschafft. So ziert zum Beispiel unseren Grünen Veltliner Langenlois das Ziesel, das bis vor wenigen Jahren noch vom Aussterben bedroht war. Diese kleinen Nager bereichern unsere Lösslagen und tragen so zum ökologischen Gleichgewicht bei.

Was bedeutet Terrafactum und wie spiegelt sich dieses Prinzip in den Weszeli Weinen wider?

Mit Terrafactum bezeichnen wir unsere Weinbauphilosophie. Es geht darum, eine möglichst hohe biologische Vielfalt zu fördern und dass der Boden, auf dem unsere Reben wachsen, einen nachhaltigen und intensiven Einfluss auf den Geschmack unserer Trauben hat. Sprich, der Boden macht den Wein. Diesen Einfluss schmeckt man in jedem unserer Lagen-treuen Weinen.

Der Grüne Veltliner zeichnet sich durch das typische Pfefferl aus. Wie erkläre ich unseren Schweizer Kunden, was es mit diesem „Pfefferl“ auf sich hat?

Das klassische „Pfefferl“ ist in den Kamptaler Grünen Veltliner eher dezent ausgeprägt. Diese Würzigkeit wird geschmacklich oft als Weisser Pfeffer interpretiert und ist zwar sortentypisch, regional aber in unterschiedlicher Intensität ausgeprägt.

Warum soll ich einen Riesling aus Niederösterreich (statt aus Deutschland) trinken?

Wir profitieren im Kamptal von einem kühlen Klima, das uns besonders im Herbst warme Tage und dafür sehr kühle Nächte beschert. Perfekt für Riesling, um eine strahlende Frucht mit toller Säure zu entwickeln. Gepaart mit unseren Gneis- und Schieferböden und einem eher trockenen Ausbau der Weine bieten wir eine spannende Alternative zu deutschem Riesling.

>> Weine von Davis Weszeli
>> www.weszeli.at