Angestossen mit...

Judith Weber trifft Weinliebhaber aus Zug und aller Welt.



... Markus Burgener

23. August 2017

Judith Weber und Markus Burgener, Geschäftsführer der St. Jodern Kellerei
Markus Burgener, Geschäftsführer der St. Jodern Kellerei

Markus, dass Visperterminen mit einer Höhe von 650 bis 1150 Metern der höchste Weinberg Europas ist, ist den meisten Weinliebhabern bekannt. Kannst du mir etwas erzählen, was nicht alle wissen?

Ja. Persönlich finde ich die terrassenförmige Anordnung der Rebparzellen höchst interessant. Diese werden gestützt durch Trockensteinmauern, die insgesamt eine unglaubliche Länge von 47 km erreichen. Die Trockensteinmauern sind zudem ein guter Wärmespeicher, was für die Rebstöcke sehr wichtig ist.

Ist die Klimaveränderung für euren Weinbau eher ein Vor- oder Nachteil?

Ich denke, bei uns in Visperterminen sind die steigenden Temperaturen eher ein Vorteil. Eine grosse Herausforderung sind jedoch die schnellen Wetterumschläge. Diese sind heute viel extremer als früher.

Eure Genossenschaft zählt über 500 Mitglieder. Wir könnt ihr bei dieser hohen Anzahl die Qualität sicherstellen?

Wir haben sogar 570 Mitglieder. Bezüglich Qualität stellt die Genossenschaft strikte Anforderungen, die in einem Reglement verankert sind. So haben wir beispielsweise eine klare Mengenregelung. Ende Juli dieses Jahres wurde der Mengenbehang in jeder Parzelle von einer eigens dafür geschaffenen Kontrollkommission überprüft. Ist der Behang einer Parzelle zu gross, muss dieser innerhalb von 10 Tagen korrigiert werden. Auch bei Krankheiten im Rebberg werden die Winzer avisiert und beraten. In einem Ernteprogramm wird schliesslich für jede Sorte der entsprechende Öchslegrad vorgegeben. Seit der Einführung der Qualitätsrichtlinien im 2011 haben unsere Weine einen grossen Qualitätssprung erfahren.

Kannst du mir erklären, was es mit der Sorte Resi auf sich hat?

Resi ist eine autochthone Rebsorte, die es nur im Wallis gibt. Resi ist urchig und säurebetont, passt also bestens zu unserem Walliser Raclette, selbstverständlich auch zu Fondue.

Gibt es im Wallis noch wurzelechte Reben?

Ja, in einer Region haben wir über 100-jährige ungepfropfte Heida-Rebstöcke. Daraus entsteht unser Heida Veritas.

Der „Heida Veritas 2013“ wurde dieses Jahr zum besten Schweizer Wein gekürt. Was zeichnet ihn aus?

Weil die Rebstöcke nur noch kleine Beeren bilden und ertragsarm sind, ist das Traubengut sehr konzentriert. Der Wein ist dementsprechend intensiv und körperreich und hat ein unglaubliches Lagerpotential von 10-15 Jahren!

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